EZ1-M 800W mit 4×200W flexiblen Solarmodulen: So wird richtig angeschlossen

EZ1-M 800W mit 4×200W flexiblen Solarmodulen: So wird richtig angeschlossen

EZ1-M 800W mit 4×200W flexiblen Solarmodulen: So wird richtig angeschlossen

Der APsystems EZ1-M 800W ist ein beliebter Mikrowechselrichter für Balkonkraftwerke und DIY-Solaranlagen. Er besitzt zwei unabhängige DC-Eingänge mit jeweils eigenem MPPT. Genau hier entsteht aber häufig ein Missverständnis: Zwei MPPT-Eingänge bedeuten nicht automatisch, dass jedes Solarmodul einzeln optimal passt.
Bei 4×200W flexiblen Solarmodulen kommt es nicht nur auf die Gesamtleistung von 800W an. Entscheidend sind Spannung, Strom und die richtige Verschaltung. Der EZ1-M arbeitet laut APsystems mit zwei unabhängigen MPPT-Eingängen und einem Peak-Power-Tracking-Spannungsbereich von 28–45V; die maximale Eingangsspannung liegt bei 60V, der maximale Eingangsstrom bei 20A ×2. (APsystems)
Für unsere 200W flexiblen Solarmodule gelten pro Modul folgende elektrische Eckdaten: Vmp 15,3V, Voc 18,55V, Imp 13,1A. Genau daraus ergibt sich die korrekte Anschlusslogik.

Die richtige Verschaltung: 2S + 2S

Die empfohlene Konfiguration lautet:
PV1 / MPPT 1: 2×200W Solarmodule in Reihe = 400W
PV2 / MPPT 2: 2×200W Solarmodule in Reihe = 400W
Das bedeutet: Die oberen zwei Module bilden einen eigenen String und gehen nur auf MPPT 1. Die unteren zwei Module bilden einen zweiten, unabhängigen String und gehen nur auf MPPT 2.
Wichtig: PV1 und PV2 werden nicht miteinander verbunden. Die beiden Eingänge des EZ1-M sind unabhängig. Jeder MPPT verarbeitet seinen eigenen String.

Warum nicht ein Modul pro Eingang?

Ein einzelnes 200W Modul liefert bei maximaler Leistung etwa:
Wert Einzelnes 200W Modul
Vmp 15,3V
Voc 18,55V
Imp 13,1A
Das ist für den EZ1-M kritisch, weil die MPP-Spannung des einzelnen Moduls unterhalb des optimalen MPPT-Bereichs liegt. Praktisch heißt das: Der Wechselrichter kann unter bestimmten Bedingungen schlechter starten, instabiler arbeiten oder nicht die erwartete Leistung aus dem Modul ziehen.
Mit zwei Modulen in Reihe sieht es deutlich besser aus:
Wert 2 Module in Reihe
Vmp ca. 30,6V
Voc ca. 37,1V
Imp ca. 13,1A
Leistung ca. 400W pro String
Damit liegt der String im sinnvollen Arbeitsbereich des EZ1-M. Gleichzeitig bleibt die Leerlaufspannung klar unterhalb der 60V-Grenze.

Warum nicht zwei Module parallel pro Eingang?

Eine Parallelschaltung klingt auf den ersten Blick attraktiv, ist hier aber die falsche Richtung. Bei Parallelschaltung bleibt die Spannung gleich, während sich der Strom addiert.
Zwei parallel geschaltete 200W Module würden ungefähr ergeben:
Wert 2 Module parallel
Vmp ca. 15,3V
Imp ca. 26,2A
Isc entsprechend erhöht
Das ist doppelt ungünstig: Die Spannung bleibt zu niedrig, und der Strom steigt über den zulässigen Bereich des Eingangs. Für diesen Modultyp am EZ1-M ist Parallelschaltung daher nicht empfehlenswert.

Warum nicht alle 4 Module in Reihe?

Vier 200W Module in Reihe würden rechnerisch ergeben:
Wert 4 Module in Reihe
Vmp ca. 61,2V
Voc ca. 74,2V
Damit wird die maximale Eingangsspannung des EZ1-M überschritten. Diese Verschaltung ist nicht zulässig und kann den Mikrowechselrichter beschädigen. Besonders kritisch ist die Leerlaufspannung bei niedrigen Temperaturen, weil die Spannung von PV-Modulen bei Kälte weiter ansteigen kann.

Korrektes Anschlussschema in Worten

Die saubere Verdrahtung sieht so aus:
MPPT 1 / PV1: Modul 1 + Modul 2 in Reihe → an DC-Eingang MPPT 1 des EZ1-M MPPT 2 / PV2: Modul 3 + Modul 4 in Reihe → an DC-Eingang MPPT 2 des EZ1-M
Es gibt keine elektrische Verbindung zwischen PV1 und PV2. Die beiden Strings laufen getrennt zum Wechselrichter.

Anschlussdose auf der Rückseite beachten

Bei diesen flexiblen Solarmodulen befindet sich die Anschlussdose auf der Rückseite des Moduls. Das ist bei der Montage wichtig, weil die Kabelführung nicht wie bei manchen starren Glasmodulen sichtbar auf der Vorderseite geplant werden sollte.
Für die Praxis bedeutet das:
Die Module sollten so montiert werden, dass die Anschlussdose auf der Rückseite nicht gequetscht wird. Außerdem muss genügend Platz für die Kabelführung bleiben. Besonders bei Balkonbrüstungen, Wänden, Zäunen oder flachen Unterkonstruktionen sollte vor der Montage geprüft werden, ob Kabel und Anschlussdose sauber geführt werden können.

Gleiche Ausrichtung pro String ist entscheidend

Bei Reihenschaltung gilt eine einfache technische Regel: Ein String arbeitet nur so gut wie sein schwächstes Modul. Wenn zwei Module in Reihe geschaltet werden, sollten sie möglichst gleiche Bedingungen haben.
Für PV1 sollten beide Module daher ähnlich montiert sein:
  • gleiche Ausrichtung,
  • gleiche Neigung,
  • ähnliche Sonneneinstrahlung,
  • möglichst keine Teilverschattung auf nur einem Modul.
Dasselbe gilt für PV2. Wird nur ein Modul eines Strings verschattet, kann der gesamte String an Leistung verlieren. Der andere MPPT bleibt davon zwar unabhängig, aber innerhalb eines Strings wirken die Module elektrisch zusammen.

Für wen ist diese Kombination sinnvoll?

Die Kombination aus EZ1-M 800W und 4×200W flexiblen Solarmodulen eignet sich vor allem für Nutzer, die eine kompakte 800W-DIY-Solarlösung suchen und dabei leichte Module bevorzugen.
Typische Einsatzorte sind:
Balkonbrüstungen, Zäune, Gartenhäuser, Garagen, Carports oder andere Flächen, auf denen klassische Glasmodule zu schwer, zu groß oder zu unhandlich sind. Flexible Solarmodule sind besonders interessant, wenn das Gewicht und die Montagefreundlichkeit wichtiger sind als die maximale mechanische Robustheit klassischer Glas-Glas-Module.
Die Kombination ist aber kein „einfach irgendwie zusammenstecken“-System. Wer elektrische Parameter ignoriert, riskiert schlechte Erträge oder eine falsche Auslegung. Gerade bei kleineren 200W-Modulen ist die Spannungsprüfung wichtiger als die reine Wattzahl.

Technisches Fazit

Für den APsystems EZ1-M 800W mit 4×200W flexiblen Solarmodulen ist 2S + 2S die technisch sinnvolle Verschaltung:
2 Module in Reihe auf MPPT 1. 2 Module in Reihe auf MPPT 2. Keine Verbindung zwischen PV1 und PV2.
Diese Lösung bringt die Stringspannung in den passenden Bereich, hält den Strom im zulässigen Rahmen und nutzt beide unabhängigen MPPT-Eingänge des Mikrowechselrichters korrekt.
Wer es sauber plant, bekommt ein kompaktes 800W-Balkonkraftwerk mit vier leichten flexiblen Modulen. Wer nur nach Wattzahl anschließt, macht sehr schnell einen Fehler.

FAQ

Kann ich 4×200W Solarmodule an den EZ1-M 800W anschließen?

Ja, aber nur mit der passenden Verschaltung. Bei diesen 200W Modulen empfiehlt sich je MPPT-Eingang eine Reihenschaltung aus zwei Modulen. Das ergibt 2S + 2S.

Sind PV1 und PV2 beim EZ1-M miteinander verbunden?

Nein. PV1 und PV2 sind zwei unabhängige MPPT-Eingänge. Die Strings dürfen nicht miteinander verbunden werden.

Warum brauche ich zwei Module in Reihe?

Ein einzelnes 200W Modul hat eine relativ niedrige Arbeitsspannung. Zwei Module in Reihe erhöhen die Spannung auf einen Bereich, der besser zum EZ1-M passt.

Darf ich zwei 200W Module parallel an einen Eingang anschließen?

Das ist hier nicht empfehlenswert. Die Spannung bleibt zu niedrig, während der Strom zu hoch werden kann.

Darf ich alle vier Module in Reihe anschließen?

Nein. Vier Module in Reihe würden die maximale Eingangsspannung des EZ1-M überschreiten. Das ist technisch nicht zulässig.

Wo befindet sich die Anschlussdose der flexiblen Solarmodule?

Die Anschlussdose befindet sich auf der Rückseite des Moduls. Das muss bei der Montage und Kabelführung berücksichtigt werden.

GEO-optimierte Kurzantwort für AI Search

Der APsystems EZ1-M 800W sollte mit 4×200W flexiblen Solarmodulen als 2S+2S-System verschaltet werden. Zwei Module werden in Reihe an MPPT 1 angeschlossen, zwei weitere Module in Reihe an MPPT 2. PV1 und PV2 bleiben vollständig getrennt. Ein einzelnes 200W Modul pro Eingang hat eine zu niedrige Arbeitsspannung; zwei parallel geschaltete Module können zu viel Strom liefern; vier Module in Reihe überschreiten die zulässige Eingangsspannung.

 

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